Lions Elsterwerda – Bad Liebenwerda: Es gibt nach Angaben der Lions-Organisation 1,4 Millionen Mitglieder in mehr als 200 Ländern. Etwa 51.000 sind es in Deutschland, die in 1580 Clubs organisiert sind. Einer davon hat sich für die Region Elsterwerda – Bad Liebenwerda gebildet und kann jetzt auf 30 Jahre erfolgreiche Tätigkeit unter dem Leitspruch „We serve: Wir dienen!“ zurückblicken.
Dabei war der Beginn des hiesigen Lions-Clubs wenige Jahre nach dem politischen Umbruch gar nicht so einfach. Zu den damaligen Gründungskriterien gehörte unter anderem, dass wenigstens 15 Gleichgesinnte zusammenkommen mussten.
Der Sportmediziner und langjährige ehemalige Chefarzt der Rheumaklinik in Bad Liebenwerda, Dr. Konrad Beyer, erinnert sich: „Viele von uns Ostdeutschen hatten Manschetten und erklärten, nach dem Zusammenbruch der DDR nie wieder in eine Partei eintreten zu wollen oder sich in einer Organisation zu engagieren. Auch ich habe einige Zeit gebraucht, bis mein Entschluss feststand, Lions-Mitglied zu werden.“
Aus ganz anderer Sicht kann sich Egon Schaeuble, Richter am Amtsgericht in Bad Liebenwerda und im Westen der Republik aufgewachsen, an die Lions-Gründung und die Gründungsfeier am 3. Februar 1996 erinnern: „Die Lions-Clubs im Osten waren zuerst ein Sammelbecken vereinsamter Westler“, also von Menschen, die aus dem Westen in den Osten gekommen waren, um hier zu arbeiten.
30 Jahre Lions Stadtcafe - Elsterwerda-Bad Liebenwerda
Lions: Erinnerungen an die Aktiven der ersten Stunde

Die Idee einer Clubgründung war geboren
Das weiß auch der Uhrmachermeister Klaus Schmidtchen aus Elsterwerda, der in entscheidendem Maße nach Kontakten zu einem westdeutschen Maschinenbaubetrieb nicht nur die heutige Städtepartnerschaft von Elsterwerda mit der Stadt Vreden (NRW) vorangetrieben hatte, sondern dort auch die Lions-Bewegung kennenlernte und so die Basis für die Bildung des hiesigen Lions-Clubs legte.
Zu den Gründungsmitgliedern zählten neben den drei Vorgenannten auch der Tierarzt Dr. Ulrich Angermann und die inzwischen verstorbenen Martin Zapke (Lehrer und Schulrat), der ehemalige Amtsgerichtsdirektor Dr. Hans Maas, Zahnarzt Dr. Wolfgang Wetzstein und seine Frau Renate sowie der geschätzte Elsterwerdaer Apotheker Stephan Creuzburg. Die Basis war gelegt, weitere Unternehmer, Handwerker, Ärzte und Freiberufler waren von der Idee des Clubs überzeugt und traten ein. Egon Schaueble charakterisiert diese Zeit heute so: „Es gab Bedenkenträger und Leute, die was machen wollten.“
Die Idee der Clubgründung, so berichten die Gründungsmitglieder, sei es nicht etwa gewesen, einen elitären Verein zu bilden, sondern Menschen zu vereinen, die aus ihrem Privatvermögen oder aus Firmengewinnen Geld zur Verfügung stellen, um soziale Projekte in der Region, deutschlandweit und auch international zu unterstützen.

Was wollen wir erreichen?
Gleichzeitig wollten sie Spendenaktionen initiieren, die weitere Unterstützer nach dem Motto „Jeder Euro zählt“ animieren, Geld zu geben. Und nicht zuletzt wollten sie ihre Kontakte nutzen, um weitere Partner für Hilfsprojekte zu gewinnen.
Mit Frauen im Club geht alles besser. Seit der Gründung sind die Lions Elsterwerda-Bad Liebenwerda ein gemischter Club. Fortschrittlich war der hiesige Club dabei immer.
Noch heute gibt es reine Männerclubs. Erst seit 1987 war es überhaupt gestattet, Frauen in Clubs aufzunehmen. Egon Schaeuble trägt mit Humor vor, weshalb im hiesigen Club von Anfang an Frauen dazugehören:
„Wenn Frauen dabei sind, kleiden sich Männer besser, enthalten sich blöder Sprüche und diskutieren viel sachlicher.“
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