Lions kümmern sich um Geschichte – und eine Stele

Lions-Mitglieder beim Arbeitseinsatz an der Stele im Kurpark Bad Liebenwerda | Quelle: Thomas Körlin
im Anschluss ein Kurzbesuch in der Villa Nuova

im Kurpark Bad Liebenwerda

Bad Liebenwerda. Sie steht auf der Wiese im Kurpark in Bad Liebenwerda. Noch etwas unbeachtet zwischen dem Jugendtreff „Käfig“ und dem Wonnemar. Das soll sich ändern. Denn die schlichte Stele erinnert an ein bedeutsames weltgeschichtliches Ereignis nur etwa 15 Kilometer entfernt von der Kurstadt. Am 25. April 1945, also vor genau 80 Jahren, haben sich in Burxdorf, dem heutigen Ortsteil der Stadt Bad Liebenwerda, am Ende des Zweiten Weltkrieges amerikanische und russische Soldaten getroffen und sich die Hand gereicht. Geschichtlichen Überlieferungen zufolge sollen Soldaten beider Streitkräfte sich zuvor auch in Strehla begegnet sein, wo sie eine Behelfsbrücke über die Elbe überquert hatten. Diese erste Begegnung der verbündeten amerikanischen und sowjetischen Truppen galt als Symbol für das baldige Ende des Krieges.

Das bekannteste Foto dieser Begegnung, das um die Welt ging, entstand am gleichen Tag am Nachmittag auf der zerstörten Elbebrücke im sächsischen Torgau, nur 35 Kilometer von Bad Liebenwerda entfernt. Dies ist einem Bericht auf der Internetseite der Sächsischen Gedenkstätten zum Ereignis zu entnehmen: „Am Nachmittag (25. April) reichten sich der Aufklärungsoffizier der US Army Bill Robertson und der Leutnant der Roten Armee Alexander Silwaschko auf den Trümmern der Brücke erleichtert und glücklich über den militärischen Schulterschluss die Hände.

vorher / nachher | Quelle: Thomas Körlin

Das Foto des amerikanisch-sowjetischen ,Handschlags an der Elbe‘ in Torgau, das am folgenden Tag als nachgestellte Aufnahme entstand, verbreitete sich in rasender Eile weltweit.“

Die Stadt Bad Liebenwerda hat das Ereignis zum Anlass genommen, um nur wenige Kilometer vom historischen Ort entfernt auf das Ereignis aufmerksam zu machen. Die Sandstein-Stele trägt als Inschriften das Datum der Begegnung und die Namen der damit verbundenen Orte Torgau, Strehla und eben Burxdorf.

Weil das Umfeld der Stele unansehnlich geworden war, beschloss der Lions Club Elsterwerda – Bad Liebenwerda die Patenschaft zu übernehmen. Steinmetz Olaf Schwinghoff hat die Stele gereinigt, Lions-Mitglieder haben das Rondell umgegraben, Muttererde eingebracht und Beetrosen gepflanzt. Unterstützt werden die Lions von ihrem Lionsmitglied Tim Schenk von der Baumschule Saathainer Mühle, die Rosen, Muttererde und Mulch zur Verfügung stellt. Das Rondell soll noch eine Einfassung aus Granitsteinen erhalten. Unweit haben der Lions-Club und Baumspender Bäume gepflanzt. Nun soll es noch gelingen, eine Informationstafel zu errichten und Bänke aufzustellen.